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Antrag: „Schule der Demokratie“ – Demokratische Bildung gegen Populismus

Antrag

Der Gemeinderat möge beschließen:


Die Verwaltung fördert die Realisierung einer „Schule der Demokratie“ im Zeitstromhaus auf Benjamin Franklin und stellt entsprechende Mittel bereit.

Begründung:

Ziel soll sein, kinder- und jugendgerechte Angebote in unterschiedlichen Formaten zu erarbeiten mit dem Ziel, einen fundierten und historisch gesättigten Beitrag zur Vermittlung demokratischen Wissens von Demokratiegeschichte und demokratischen Prinzipien zu leisten.


Die Angebote dieser Wissensvermittlung sollen sich von den Formaten schulischer Wissensvermittlung deutlich unterscheiden.

Die Authentizität des Ortes bietet hier eine einzigartige Möglichkeit. Ein entsprechend erarbeitetes Angebot ist ein Beitrag der Stadt Mannheim zur Stärkung der Demokratie und demokratischer Werte und entspricht damit dem Handlungsfeld 2 „Demokratie
stärken“ der strategischen Handlungsfelder.

Außerdem leistet die Schule der Demokratie einen bedeutenden integrationspolitischen Beitrag.


Die von der Universität Leipzig vorgelegte Studie „Die enthemmte Mitte“ (Mitte-Studie 2016) weist nach, dass die Empfänglichkeit für (rechts)populistische Propaganda umso größer ist, je niedriger der
Bildungsgrad ist.

Diese Erkenntnis ist ein Appell an die Gesellschaft, demokratische Bildung zu einer ihrer zentralen Aufgaben zu erklären. Insofern ist die Schule der Demokratie ein Beitrag der Stadt Mannheim, um gegen die zunehmenden rechtspopulistischen Entwicklungen im Sinn einer wehrhaften Demokratie präventiv und aufklärerisch zu wirken.


Zum einen ist der Ort der Schule der Demokratie im Zeitstromhaus auf Benjamin Franklin hinsichtlich seiner Authentizität ideal, um Demokratie und Demokratiegeschichte erlebbar und demokratische
Bildung im Sinn populistischer Prävention vermittelbar zu machen.

Zum andern ist demokratische Bildung ein wesentliches Moment der Integration. Das Bewusstsein über die Bedeutung
demokratischer Grundsätze von Partizipation und Grundrechten erschließt auch die Bereitschaft, Demokratie zu leben (z.B. in Bezug auf Wahlverhalten, auf gesellschaftlich-politisches Engagement,
auf Gleichstellungsaspekte etc.).


Das Konzept dieser Wissensvermittlung soll sich von dem schulischer Wissensvermittlung deutlich unterscheiden.

Inwiefern es auch in das Angebot des Mannheimer Unterstützungssystems MAUS implementierbar ist, ist von der Verwaltung zu prüfen.


Wichtig ist entsprechende didaktische Expertise, so dass der Aufgabe, Kindern und Jugendlichen demokratische Prinzipien auf anschauliche Art und Weise zu vermitteln, optimal nachgekommen werden kann.

Es sollen Lehreinheiten entwickelt werden, die sich deutlich von den schulischen Einheiten zum Thema ‚Demokratie‘ unterscheiden müssen.


Grundlegend für das Konzept der Schule der Demokratie ist der Gegenwartsbezug, insofern an diesem Ort in Form von Projektangeboten Aussagen darüber gemacht werden, inwiefern die heutige freiheitlich demokratische Gesellschaft Ergebnis der Demokratiegeschichte in ihren vielfältigen Erscheinungsformen (Partizipation, Menschenrechte, Vielfalt, Sozialstaat etc.) und Epochen
(Aufklärung, Revolutionen, Befreiungskämpfe etc.) ist.

Eine enge Zusammenarbeit mit dem ‚Marchivum‘ und die Nutzung des Dokumentationszentrums liegt auf der Hand, ebenso die
Kooperation mit weiteren städtischen Einrichtungen wie Jugendamt u.a.

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